Round Table 53 Flensburg

Raus aus dem
Toten Winkel

"Raus aus dem toten Winkel"

Das Schulprojekt „Raus aus dem toten Winkel“ in Flensburg und Umgebung

Viele Flensburger erschütterte der tödliche Unfall des 14-jährigen Paul an der Kreuzung Neumarkt und Husumer Straße im vergangenen Jahr. Ein tonnenschwerer LKW erfasste den Jungen beim Abbiegevorgang und zeigte, wie gefährlich LKW’s im städtischen Straßenverkehr für Fußgänger und Radfahrer sind; insbesondere für Kinder und Jugendliche. Das ist der jüngste Fall in Flensburg in einer traurigen Reihe von vielen Unfällen dieser Art: Abbiegende Lastwagen haben alleine dieses Jahr in Deutschland erneut über 30 Radfahrer/innen getötet.

Seit dem Unfall ist wenig passiert und die Verkehrslage nicht ausreichend entschärft worden. Diesen Unfall hat der Round Table Flensburg zum Anlass genommen eine Aufklärungskampagne an Flensburger Schulen zu starten und somit die Kinder am praktischen Beispiel auf die Gefahren des „Toten Winkel“ bei LKW’s hinzuweisen.

Der Round Table Flensburg möchte mit der großartigen finanziellen Unterstützung der Nord-Ostsee Sparkasse in Höhe von 5.000 Euro nun an möglichst vielen Grundschulen in Flensburg und Umgebung über das Thema und die Gefahren des Toten Winkel für die Kinder der Klassen 3 und 4 aufklären. „Raus aus dem Toten Winkel“ heißt diese Aktion, die bereits erfolgreich im Jahr 2008/2009 ein Nationales Service Projekt von Round Table Deutschland gewesen ist.

In einer Unterrichtsstunde vorab sollen die Kinder auf die Problematik aufmerksam gemacht werden und Verhaltensregeln lernen, wie sich Unfälle mit LKWs vermeiden lassen. Verschiedene Unterrichtsmaterialien stellt der Round Table dabei den Lehrern/innen vorab zur Verfügung.

Weiter organisiert der Round Table Flensburg einen Schulbesuch mit einem LKW und kommt damit an einem Vormittag auf den Schulhof gefahren. Hier stellt der Round Table eine ganze Schulklasse in den Toten Winkel und jedes Kind darf sich einmal an das Steuer setzen und kann so selbst einmal erleben, was der Tote Winkel bedeutet. Im Wesentlichen besteht das Projekt aus 2 Teilen:

Im Unterricht, in der Woche vor dem LKW-Termin, lernen die Schüler/innen den Toten Winkel im Unterricht kennen. Sie sollen erkennen, dass man im Toten Winkel vom LKW-Fahrer weder direkt, noch über einen Spiegel gesehen wird. Sie erfahren, dass man nur über Blickkontakt feststellen kann, ob man sich im Toten Winkel befindet. Sie lernen Verhaltensregeln, um vor allem den gefährlichen Hinterrädern aus dem Weg zu gehen.

Diesen Teil übernehmen die Lehrer/innen der Kinder. Als Unterstützung gibt es hierfür eine DVD, Folien und ein Lehrerskript, das konkrete Anregungen für die Gestaltung einer Unterrichtseinheit beinhaltet.

Im praktischen Teil kommt der Round Table mit einem LKW auf den Schulhof und es werden alle Kinder um den LKW im Toten Winkel gruppiert. Die Kinder können sich dann der Reihe nach in das Fahrerhaus setzen, um selbst zu erleben, dass kein Kind zu sehen ist, sondern alle (es können über 30 Kinder sein!) im toten Winkel stehen.

Der Round Table Flensburg möchte so in den kommenden beiden Schuljahren bis zum Ende des Schuljahres 2019/2020 mit seinen Mitgliedern im Einsatz vor Ort an mindestens 20 Schulen über den Toten Winkel aufklären.

 

Erster LKW-Einsatz an der Hohlwegschule

Ein erster Schulbesuch hat am 13. Juni 2018 mit über 100 Schüler/innen an der Hohlwegschule stattgefunden. 6 Tabler kamen mit einem LKW der Firma Dahlgaard auf den Schulhof der Hohlwegschule. Hier konnten jeweils die beiden 3. und 4. Klassen auf dem Schulhof mit allen Schüler/innen und auch die Lehrer/innen das unglaubliche Erlebnis des Toten Winkels im Fahrerhaus mit eigenen Augen sehen. Alle Teilnehmer konnten feststellen – wie groß der Tote Winkel für den LKW-Fahrer tatsächlich ist und wie groß die Gefahren im Straßenverkehr als Fußgänger aber auch insbesondere als Fahrradfahrer sein können.

 

Zweiter LKW-Einsatz an der Grundschule Handewitt

Die Kinder der Delfin-Klasse der Grundschule Handewitt berichten:
Am Dienstag, 11.09.2018 besuchten uns zwei junge Männer des „Round Table Flensburgs". Sie kamen in unsere Klasse und haben uns etwas über den toten Winkel bei LKW‘s erzählt. Der tote Winkel ist der Bereich, in dem der LKW Fahrer dich als Fußgänger oder Fahrradfahrer nicht sehen kann.
Wir sind gemeinsam im strömenden Regen nach draußen gegangen, wo auf dem Teerplatz ein echter LKW stand. Unter einem Pavillon haben wir uns gesammelt. In kleinen Gruppen sind wir dann vor den LKW gegangen, vor dem vier Beispiele waren, die den toten Winkel zeigten. Anschließend durften wir in den LKW hinein, um uns zu überzeugen, dass man in den Bereichen kein Kind sehen konnte. Lediglich eine Regenschirmspitze war zu sehen. Das hat uns doch ziemlich überrascht! Im Anschluss sind wir wieder in die Klasse gegangen. Dort bekamen wir noch Informationsmaterial und auch ein Papier-LKW-Modell.
Das war eine sehr interessante und tolle Aktion für alle dritten und vierten Klassen – nur das Wetter hätte besser sein können.

 

Der Round Table 53 Flensburg wird aktuell vom Kreisfachberater für Verkehrserziehung der Stadt Flensburg, Herrn Markus Witt tatkräftig unterstützt.

Weitere Unterstützer und Schulen gesucht

Über weitere Unterstützung durch hiesige Unternehmen, insbesondere Speditionen die mit ihren Fahrzeugen helfen wollen und Spender für Schulmaterial etc. sind immer herzlich willkommen.

Außerdem sind interessierte Schulen ebenfalls herzlich willkommen sich beim Round Table über das Kontaktformular auf der Homepage www.rt53.de oder per Mail an info(at)rt53.de zu melden.

Quelle: